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Raubling-SV Westerndorf 2:2 (1:0)

Einen glücklichen und doch gerechten Ausgleich erkämpft

Da geht man aus dem Stadion und denkt sich: Gut war das Spiel nicht und gut war der SVW auch nicht, aber mit Glück und Ausdauer wurde noch das Unentschieden (2:2) erkämpft – buchstäblich in letzter Sekunde. Zuvor hatte es gerade in der ersten Halbzeit kaum gefährliche Aktionen auf unserer Seite gegeben, es gab sehr viele individuelle Fehler, dazu kamen Abspielpannen und immer wieder diese hohen „Entlastungsbälle“, die entweder im Nirgendwo oder dann beim Gegner landeten. Einen echten Spielaufbau gab es zu wenig. Gut – es fehlten viele Stammspieler, sodass Trainer Burli Melnik gezwungen war, auf andere zurückzugreifen, denen man die mangelnde Spielpraxis in der Ersten deutlich anmerkte, gerade was Ballannahme, -mitführung, Stellungsspiel und Geschwindigkeit anging.

Das wurde in der zweiten Halbzeit zwar besser, aber nicht gut. Zudem gab es zu viel statische Momente – u.U. der Hitze geschuldet, z.B. bei Einwürfen, wo sich kaum jemand freilief, was häufig auch für den Spielaufbau galt.

Wenn man dann mit diesem eher negativen Eindruck am Rechner sitzt und sich die Videosequenzen anschaut (als die SD-Karte noch funktionierte), dann findet man das Spiel sogar ganz gut. Das nennt man wohl den „Sportschaueffekt“. Wenn man nur die besseren Szenen sieht, merkt man, dass da ein SVW unterwegs ist, der richtig kombinieren kann, der das Mittelfeld schnell überbrückt und manchmal sogar torgefährlich ist. Doch erkennt man deutlich, dass das auf SVW-Seite erst in der 2. Halbzeit mit zunehmender Spieldauer der Fall war. Man kam wieder mal zu spät in Gang (siehe Peterskirchen).

Was gab es noch Positives:
Genau – man hat nicht verloren.
Und Baba Krauß ist wieder da – und hat auch gleich eine fast Hundertprozentige vergeben und trotzdem sein Tor gemacht. Und hat sich durchs ganze Spiel gekämpft, trotz fehlender Spielpraxis und Trainingsrückstand. Alle Achtung. Das ist Teamgeist. Da kann sich wohl der eine oder andere eine große Scheibe von abschneiden!
Und Torsten Voß durfte sich erst im Mittelfeld recht erfolgreich versuchen und landete dann auf einem der wenigen Posten, die er noch nicht gespielt hatte: rechter Außenverteidiger. Und hier zeigten sich wieder seine Allroundfähigkeiten. Wie schon häufig gesehen, ist er ein gelernter Verteidiger, der seinem Gegner bis auf einen klitzekleinen Patzer keine Chance ließ und seine rechte Seite souverän unter Kontrolle hatte.

Noch ein paar Anmerkungen zum Spielverlauf:

Die erste Halbzeit ging an die Raublinger. Gefährliche Situationen und Chancen gab es schon in der 3. Minute, dann in der 6. Ein Schuss von halb links ins linke Eck, den Simon Rott entschärfte. In der 7. ein Kopfball am Tor vorbei. Unsere Abwehr bekommt keinen rechten Zugriff auf die Raublinger.

Das rächte sich auch gleich drauf. Die Nr. 13 (Lorenz Jilg) der Raublinger erwischt den von Sebastian Niesner zwar abgewehrten, aber nicht unter Kontrolle gebrachten Ball und schießt unbedrängt zum 1:0 ein (9. Minute).

In der 18. Minute dann ein zentraler Schuss von Michael Jackl direkt auf den gegnerischen Torwart. Und gleich drauf ein Kopfball von Philipp Stachler (20.) nach einer schönen Ecke des wieder gut aufspielenden und laut schreienden Willi Danzer, die er rechts daneben köpft.

In der 28. und 38., nachdem das Spiel eher gemütlich weiterging, Chancen der Raublinger, die man im Video gut sieht. Vom SVW war so wirklich keine echte Gegenwehr zu sehen. Das ging erst in den letzten 5 Minuten der 1. Halbzeit weiter mit einem Torschuss von Max Kollmer (41.), einer Ecke von Voß mit anschließendem Kopfball von Michi Jackl (42.) und einer weiteren Ecke von Voß mit Schuss Marinus Jackl an den Pfosten und Nachschuss Michi Jackl ans Außennetz.

In der 2. Halbzeit kamen unsere Jungs etwas besser ins Spiel, belohnten sich auch mit einigen Chancen mit einem Schuss von Danzer auf Rini Jackl und dem inzwischen eingewechselten Luca Leupolz – drücber. (52.). Nach Ecke Danzer ein schöner Kopfball von Hakan Cukadar – auch drüber.

Dann Babas Superchance genau auf den Torwart (63.)

Und dann das 0:2 wie aus dem Nichts, nachdem Hakan den Ball an der Strafraumgrenze unnötig verliert und die Nr. 10 (Alexander Lallinger) der Raublinger sich diese für sie in der 2. Halbzeit sehr seltene Chance nicht nehmen lässt. Hakan macht diese Schlappe immerhin wieder wett, als er in der 93. Minute zum 2:2 Ausgleich einschießt. Zuvor hatte schon Baba Krauß „sein“ Tor geschossen (77.). Somit wurde unsere Mannschaft für den Einsatz und das Engagement in der 2. Hälfte der 2. Halbzeit noch belohnt. Die Frage bleibt allerdings nach den letzten Spielen: Warum kommt man nicht früher in die Gänge, warum muss man erst in Rückstand geraten und so zurückhaltend spielen? Das mag natürlich an den vielen Fehlenden liegen, aber gerade gegen Raubling wurde gezeigt, dass es auch ohne sie gehen kann.

Anmerken darf man noch, dass der Schiedsrichter seine gelben Karten sehr einseitig und nicht immer nachvollziehbar nur auf unserer Seite verteilte.

Nächste Woche wieder daheim: Freitag, 18.5., geht es ab 19.00 Uhr gegen den SV Seeon-Seebruck, der unbedingt aus dem Tabellenkeller herauswill. Also bitte nicht unterschätzen!

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